Sie denkt wie ein Tier

«Ihr müsst in Bildern denken!»: US-Tierforscherin Temple Grandin. Foto: Urs Jaudas

Wenn sie spricht, bellt sie. Ihr Kopf bewegt sich abrupt wie der eines Huhns. Und ihr starrer, konzentrierter Blick ist der eines Pferdes, das Gefahr wittert – jederzeit bereit, loszugaloppieren, die Flucht zu ergreifen.

Die tierischen Eigenschaften, zusammengehalten von einem menschlichen Körper, sind nicht das einzige Wundersame an Temple Grandin, diesem Fabelwesen. Schaut man auf das Leben der 68-jährigen Amerikanerin, merkt man: Den Tieren war sie lange Zeit viel verbundener als den Menschen. Die einen verstand sie von klein auf, den anderen musste sie sich erst mühevoll annähern.

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Die Alten waren auch nicht besser

Die Jungen seien apolitisch und kümmerten sich nicht um ihre Zukunft – dieser Vorwurf erklingt spätestens seit dem Brexit wieder. Dabei handelten die Alten, die heute so fleissig abstimmen, einst genau gleich.

Nie ist die Zukunft ferner als in jenem Moment, in dem man ganz mit der Gegenwart beschäftigt ist. Mit einer Gegenwart, in der sich junge Menschen solche Fragen stellen: Wo finde ich eine Lehrstelle? Schaffe ich die Matura? Wie verdiene ich das Geld für die Autoprüfung? Wann kann ich endlich ausziehen? Liebt sie mich (noch)?

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Trost-Preise

Schweizer reden nicht gern über Geld. Ausser nach den Ferien. Foto: Francois Karm (Flickr)

Es waren einmal Herr und Frau Schweizer, die gingen morgens um acht arbeiten und blieben bis fünf im Büro. Sie waren wertvolle Mitarbeiter, diszipliniert und bescheiden. All ihr Geld sparten sie für die paar Wochen Ferien, die sie jährlich hatten. Aber jammern wollten sie nicht, zumindest nicht grundsätzlich. Weiterlesen

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Zeit für neue Gewohnheiten

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So und nicht anders gehen Frauen ins Casino – meint das Casino. Foto via werbewoche.ch

SP-Nationalrätin Yvonne Feri (AG) denkt zurzeit laut darüber nach, einen Vorstoss im Parlament einzureichen – es geht um sexistische Werbung. Feri formuliert so vorsichtig, als wüsste sie schon, wie vergeblich ihr Ansinnen ist. «Der Bundesrat soll aufzeigen, wo es Möglichkeiten gibt, sexistische Werbung im öffentlichen Verkehr einzuschränken oder zu verbieten», sagte sie der «Schweiz am Sonntag». Vorbild dieser Idee ist Londons neu gewählter Bürgermeister Sadiq Kahn: Vergangene Woche hat er ein entsprechendes Verbot für alle Fahrzeuge und Haltestellen der städtischen Verkehrsbetriebe erlassen. Kahn ist Vater zweier Töchter im Teenageralter und sieht in solcher Werbung unrealistische Erwartungen an den eigenen Körper gestellt. Weiterlesen

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Ich kann dich nicht hören

Chefs fremdeln mit jungen Frauen und ihrer dezenten Art. Foto: Francois Karm (Flickr)

Junge Frauen gelten als Bildungsgewinnerinnen. Im Berufsleben angelangt, stolpern sie das erste Mal. Warum?

Wer schreit, den hört man. Ernst nimmt man ihn aber nicht unbedingt, denn was überzeugt, ist das bessere Argument und nicht die lautere Stimme. Das lernen wir in der Schule, das lernen wir in der Familie. Jeder weiss das. Trotzdem heisst es am Arbeitsplatz gegenüber jungen Berufseinsteigern, vor allem gegenüber jungen Frauen, plötzlich: Du musst lauter sein. Du musst dich besser verkaufen, sonst bemerkt dich keiner. Und das wäre schade, denn du bist gut. Es sind wohlwollende Ratschläge von Männern und Frauen, meistens Vorgesetzten, die aus Erfahrung sprechen. Personen, die sich im Verlauf ihrer Karriere immer wieder behaupten mussten, bis sie schliesslich in jenen Positionen angelangt sind, die sie angestrebt hatten. Man könnte also sagen: Diese Leute sind das System. Wer so spricht wie sie, hat die Strategien, wie man weiterkommt, erkannt und verinnerlicht. Diese Strategien wollen sie nun dem potenten Nachwuchs weitergeben. Das ist ihre Art zu fördern. Das ist der Blick von oben. Weiterlesen

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