Die neuen Wetterer

So kann Wetter auch spannend sein: Sandra Boner weiss nicht, dass sie bereits auf Sendung ist. Quelle: SRF/Youtube

Er könne sich nicht vorstellen, dass auch junge Menschen übers Wetter reden würden, sagte der Meteorologe Jörg Kachelmann gestern im Interview mit dem «Tages-Anzeiger». Das täten doch nur die alten Leute. Zumal jetzt jeder diese Wetter-Apps auf dem Handy habe, die das Reden überflüssig machten. Kachelmann irrt: Und ob die Jungen darüber sprechen! Sie tun es einfach aus einem anderen Grund als die Alten. Sie machen es, wie es sich für Junge gehört, mit einer anständigen Portion Existenzialismus. Weiterlesen

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Einmal der Lehrer sein

JÜRG STAHL (SVP) IST NORMAL, UNAUFFÄLLIG UND ETWAS LANGWEILIG. NUN ERHÄLT ER MIT DEM NATIONALRATSPRÄSIDIUM JENE ROLLE, DIE ER SICH LANGE GEWÜNSCHT HAT.

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«Seit ich eingesehen habe, dass ich als Politiker unspektakulär bin, geht es mir gut», sagt Jürg Stahl. (Foto: Dominique Meienberg, dominiquemeienberg.ch)


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Er, der eigentlich längst schon eingesehen hat, normal und durchschnittlich zu sein – er möchte eben doch etwas ganz anderes: eine Bühne. Jürg Stahl, Zürcher SVP-Nationalrat, sucht sie nicht auf die laute, polternde Art, die man von seinen Parteikollegen kennt. Stahl tut dies wartend, ausdauernd: Seit 17 Jahren verharrt er schon im Nationalrat. Nun steht Stahl an einem Wendepunkt, vor einer «neuen Periode», wie er sagt. Weiterlesen

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Das Volk will mehr Rechte für Homosexuelle

Homosexuelle, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben, dürfen künftig die Kinder ihrer Partner adoptieren. Das Referendum gegen das neue Adoptionsgesetz ist letzte Woche deutlich gescheitert. Konservative Kreise rund um die EDU hatten grösste Mühe, ausreichend Unterschriften zu sammeln. Eine repräsentative Umfrage der Schwulenorganisation Pink Cross, die dem «Tages-Anzeiger» exklusiv vorliegt, zeigt warum: 50 Prozent der Bevölkerung befürworten die Stiefkindadoption in gleichgeschlechtlichen Beziehungen. Lediglich 39 Prozent sprechen sich dagegen aus, 11 Prozent sind unentschieden.

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Ein Rausch, der vorübergeht

Nach dem Sommer kommt der Herbst – oder der Kater. Foto: Jenny Downing (Flickr)

Als die beiden ­– sie Ende zwanzig, er Ende dreissig – an diesem Donnerstagabend gegen 18 Uhr beim Primitivo an der Limmat ankommen, treffen sie auf den Herbst: Die Bar ist schon geschlossen, ihr Bier müssen sie deshalb weit vorne beim Eisenbahnwagen holen. Auf den Sofas, abgerundeten Geflechten aus Stahl direkt an der Limmat, liegen keine Kissen mehr.

Das ist unbequem, aber sie setzen sich trotzdem, denn es passt zum Inhalt dieses Gesprächs. Auch, dass die ansonsten vor Menschen überquellenden Liegeflächen aus Holz beinahe leer sind. Nur noch vereinzelt springen Leute ins Wasser. Es ist also Zeit, von der schwitzigen Körperlichkeit etwas abzusehen und sich ein paar Gedanken zu machen.

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